Die beste aller Welten

Nach einer wahren Geschichte von Adrian Goiginger.


Die Handlung ist vielschichtig und doch schnell erzählt. Es geht um die bedingungslose Liebe in einem Milieu, in dem man diese vordergründig in solcher Intensität nicht erwartet. Die Geschichte handelt von der Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind, die inniger und vertrauter nicht dargestellt werden könnte.

Die Mutter (Verena Altenberger), die ihren Sohn, dargestellt vom siebenjährigen Jeremy Miliker, über alles liebt und dennoch in ihrer Drogensucht gefangen ist. Doch durch diese einzigartige Beziehung zueinander wird ihr Leben nicht nur erträglich, vielmehr erschaffen sie sich ihre eigene Welt – die beste aller Welten.

Der junge Regisseur Adrian Goiginger wollte in erster Linie mit seinem Regiedebüt seiner verstorbenen Mutter ein Denkmal setzen. Und er wollte den Junkies, den Dealern, den Kleinkriminellen und den Arbeitslosen, inmitten derer er aufwuchs, eine Stimme geben. Es schien ihm wichtig, sie als ganz normale Menschen zeigen, die ihre Trauer tagtäglich durch Drogen betäuben.

Inmitten solcher Menschen wuchs der kleine Adrian an der Seite seiner Mutter auf, die tagtäglich den Kampf für ein gutes Leben mit ihrem Sohn führte. Als sich eines Tages ein Dealer in ihrer Wohnung den „goldenen Schuss“ verpasst und stirbt, weiß sie, dass sie ihre Sucht besiegen muss, wenn sie ihren Sohn nicht für immer verlieren will.

Adrian Goiginger erzählt die Geschichte seiner Kindheit aus der Perspektive eines Siebenjährigen, der sich trotz allem geborgen und behütet fühlt. Es ist eine schonungslose und berührende Hommage an seine Mutter, die später clean wurde und vor einigen Jahren an einer schweren Krankheit verstarb.

Verblüfft hat in diesem wahrhaftigen und aufwühlenden Film vor allem der kleine Jeremy Miliker, der aus 200 Bewerbern ausgesucht wurde. Auch Verena Altenberger brilliert in der Rolle einer Frau, die trotz ihrer tragischen Sucht kämpft wie eine Löwin. Ganz großes Casting von Angelika Kropej!  

Im Filmcasino in Wien Margareten fand am 20.9. nach der Vorführung eine Diskussion zwischen Mitgliedern des Filmteams sowie den Vertreterinnen von Rat auf Draht,  dem Mutter-Kind-Haus  der Caritas und Big Brothers Big Sisters statt.

Film und Realität prallten hier ganz offensichtlich nicht aufeinander, wie die Damen aus den verschiedenen Institutionen betätigten. Der anwesende Produzent Wolfgang Ritzberger sprach von einem 90%igen Wahrheitsgehalt der Verfilmung. Die Handlung sei zwar stark verdichtet, aber bis auf ein paar kleine, dramaturgische Wendungen so geschehen, schilderte er.

Die Vertreterin des Mutter Kind Hauses der Caritas in Wien erzählte aus dem Alltag mit drogensüchtigen Müttern. Diese wären oft besonders liebevoll zu ihren Kindern, aber das alleine reiche eben nicht aus, um den Kindern eine gute Kindheit zu ermöglichen.

Beim Projekt Big Broher Big Sisters sucht man Paten, die verantwortungsvoll als Mentoren für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen wirken möchten. Über 100 Kinder warten derzeit auf Unterstützung.

Und Rat auf Draht hat immer ein offenes Ohr für Jugendliche, die in schwierigen Lebenssituationen niemanden zum Reden oder konkrete Fragen an Erwachsene haben.

 

Drehbuch und Regie: Adrian Goiginger
Mit Verena Altenberger, Jeremy Miliker, Lukas Miko, Michael Pink u.a.
Eine Produktion von RitzlFilm und Lailaps Pictures GmbH 2017


www.diebesteallerwelten.at

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Die beste aller Welten

Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.

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