Ich entdecke noch immer Neues in der Stadt

Roman Jaklitsch, mo-sound, Lautsprecher, Kugellautsprecher, Wien
Roman Jaklitsch fotografiert von Nini Tschavoll

Name Ronald Jaklitsch, geboren in Wien, Beruf CEO mo° sound, wohnt in Wien Mariahilf.

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Bereits als Kind war der gelernte Produktions- und Automatisierungstechniker Ronald Jaklitsch interessiert an allen möglichen technischen Geräten und fand immer etwas zum Schrauben. Dem entsprechend fiel die Wahl auf ein technisches Studium. Als er ins Berufsleben eingestiegen war, bemerkte er bald, dass er etwas vermisste. Nach einigen Jahren in fixen Arbeitsverhältnissen nahm er sich Zeit, um über sein weiteres Berufsleben nachzudenken. Ronald Jaklitsch wollte das zusätzliche Element der Kreativität mit seinen technischen Interessen verbinden.

Bei einem Wohnungsumzug konnte er seine Lautsprecher in den Umzugskartons nicht mehr finden und überlegte kurzerhand, selbst welche zu bauen. Zu dieser Zeit half er gelegentlich einer befreundeten Keramikerin in ihrem Studio und plötzlich fügte sich eines zum anderen: der Techniker wollte herausfinden, ob Kugellautsprecher aus Porzellan technisch machbar waren. Schall breitet sich kugelförmig aus. Deshalb ist es für Jaklitsch ganz logisch, dass ein kugelförmiger Lautsprecher auch den besten Klang erzeugt.
2009 entwickelte er den ersten Kugellautsprecher aus Porzellan. Ein aufwändiger Prozess, die ersten Güsse waren alles andere als perfekt. Es wurde weiter getüftelt, auf die erste Generation folge bald die zweite. Hergestellt werden die Lautsprecher-Gehäuse seit 2011 in Zusammenarbeit mit Weimar-Porzellan.

Als 2015 das Traditionsunternehmen Augarten eine Kooperation vorschlug, stiegt Ronald Jaklitsch ein und entwarf für die Porzellanmanufaktur exklusiv einen formgleichen, jedoch größeren Lautsprecher aus Porzellan. An der Ausführung arbeitete er 18 Monate eng mit Augarten zusammen, bis das perfekte Ergebnis im Schaufenster landete. „Nach Diamant ist Hartporzellan das zweithärteste Material der Welt“, schwärmt Ronald Jaklitsch.

Vom Beginn der Herstellung bis zur Lieferung der Lautsprecher-Gehäuse in seine Werkstatt vergehen mindestens 2 Wochen. Das flüssige Porzellan wird mit größter Genauigkeit in eine Gipsformen gegossen. Die darin kleben bleibende Masse trocknet einige Tage, bevor die Form entfernt wird. Nach dem darauf folgenden 850°C heißen Glühbrand werden die Kugeln im Tauchbad glasiert, im Glasurbrand ein weiteres Mal bei 1400° C gehärtet und mit einer Augarten-Seriennummer versehen. Ist das Produkt dann einmal von Ronald Jaklitsch fertig assembliert, findet es seine Käufer unter Designliebhabern und Kunden, die sowohl ein gutes Klangbild als auch schöne Dinge schätzen.

Xiane Kangela ist Netzwerkerin und mit Ronald Jaklitsch ist sie mo° sound. Sie hat, wie ihr Partner, ein Faible für ehrliche Produkte. Die Dinge, die in ihrem Store präsentiert werden, sind ausgesuchte Design-Stücke. Mostlikely, Plattenspieler von Pro Ject Audio oder Grußkarten von Pabuku – Queer Paperie. und immer auch ein Fahrrad, in letzter Zeit meist von Csepel aus Budapest. „Bei allen Produkten achten wir darauf, dass sie möglichst lokal produziert sind“, so Xiane Kangela.

Ronald Jaklitsch pendelt täglich von dem 6. in den 7. Bezirk und mag beide Bezirke sehr. Aufgewachsen im 21. kann er immer noch Neues diesseits der Donau entdecken. Für die Wiener Band Johann Sebastian Bass hat mo° sound kürzlich eine EP auf Vinyl pressen lassen und diese einen Abend lang im Store in der Kirchengasse verschenkt.

Wohin gehst du gerne zum Essen? Zur Zeit ins Oldquarter. Nam macht die besten Banh Mi, super yummi!

In welche Bar gehst du auf einen Absacker? Nicht allzu weit, zu Lucio gegenüber vom mo° sound store in der Kirchengasse.

Wien schmeckt nach...? Gemischtem Satz

Was isst du am liebsten in Wien? Asiatisch, Indisch und Topfenstrudel aus der Aida, der musikalischsten Konditorei.

Wo gibt es in Wien den besten Kaffee? Im Café Jelinek in der Otto Bauer Gasse

Was liest du aktuell? Den Conrad Katalog!

Welchen Film hast du zuletzt gesehen? "Paterson" von Jim Jarmusch.

Hast du einen Lieblingsfilm? "Searching for Sugarman" von Malik Bendjelloul

Was läuft derzeit auf deiner Playlist am meisten? De la Soul „ The Anonymous Nobody“.

 Dein allerliebster Lieblingssong? „Stars in your eyes“ von Herbie Hancock.

Wo entspannst du dich am besten? Beim Fahrrad-Zangeln.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich inspirieren? Open-Airkonzerte in der Arena.

Deine drei Lieblings-Shopppingadressen in Wien? Das Ebenberg, in der Neubaugasse, Rave Up Records in der Hofmühlgasse und Reanimated Bikes in derWestbahnstraße.

Wo suchst & findest du Möbel für deine Wohnung? In der Vintagerie in der Nelkengasse.

Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.

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