Lektüre für den Ersten Ersten

Das neue Buch von Juli Zeh dreht sich um Henning und seine Familien. Die eigene mit Frau und zwei kleinen Kindern im anstrengenden Alter. Und um seine Herkunftsfamilie: Mama, Papa und die kleine Schwester. Henning ist durchschnittlich geschafft von den Herausforderungen in Familie und Beruf, er ist durchschnittlich glücklich, durchschnittlich emanzipiert.

Wir begleiten ihn in den Familien-Winterurlaub auf die Vulkaninsel Lanzarote.

Henning hat aber noch jemanden eingepackt: ES. Seine Panikattacken. Urlaub ist jene Zeit im Jahr, wo so manche Familienkrise eskaliert.

Alle Tag und Nacht unter einem Dach, alle mit klaren, aber meist unterschiedlichen Erwartungen an Programm und Erholungswert. Der bevorstehende Jahreswechsel ist zudem ein typischer Markstein, um Veränderungen anzustoßen. Stichwort Neujahrsvorsätze.

Nach dem "all inclusive", kindertauglichen Neujahrsdinner mit zahllosen anderen Inselgästen, macht Henning am Neujahrstag eine Radtour. Er hat schlecht geschlafen, ist untrainiert, das Rad ungeeignet für die Route und die Strecke strapaziös. Der Kampf mit sich und den Serpentinen ist aber nur der Opener für eine Reise in Hennings Kindheit.

Obwohl die Ratio weiß, dass alles glimpflich ausgeht, weil alle Personen im ersten Teil des Buches erwachsen sind, hat MadameWien beim zweiten Teil beinahe die Luft angehalten. Eindringlich und intensiv schildert Juli Zeh traumatische Tage im Urlaub mit Mama, Papa und Schwester. Ideale Lektüre für den Jahreswechsel, wobei wir allen Leserinnen und Lesern natürlich viel geruhsamere Tage wünschen.


Neujahr
Juli Zeh

Luchterhand 2018
192 Seiten
EUR 20,60

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.

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