In Wien ist dauernd was los

Lila John, Designerin, in ihrer Wohnung/Atelier in 1040 Wien

Name Lila John, geboren 1985, Beruf  Mode-Designerin, wohnt in Wien Wieden.


Die waschechte Wienerin Lila John wuchs in Hietzing auf und kam über ihre Begeisterung für Film- und Theaterkostüme zu ihrer Berufung. Nach ihrem Bachelorstudium in Mode, welches in Kooperation der Kunstuniversität Linz mit der Modeschule Hetzendorf angeboten wurde, studierte sie an der Angewandten bei Bernhard Wilhelm und später bei Hussein Chalayan, der ihr sehr viel Freiheit und Raum für ihre Diplom-Kollektion ließ. Dieser Vertrauensvorschuss befreite Lila John und war beflügelnd und inspirierend für sie und ihre Arbeit.

Lila John im Atelier

Bei der AFA  hatte Lila John im Herbst 2016 dann die Gelegenheit, ihre Arbeit unter dem Titel „THE LAST THING I EVER WANTED TO DO WAS TO MAKE YOU FEEL ANYTHING LESS THAN AMAZING“ vorzustellen. Der Titel stammt aus „Felicity“, einer TV- Serie, die Lila John in ihrer Jugend gerne gesehen hat.
In der Kollektion spiegelt sich der Abschied aus der Teenager-Zeit, der Übergang zum dem echten Erwachsenwerden. „Die Arbeit an dieser Teenage-Bedroom-Kollektion war für mich Teil eines Prozesses. Jetzt kann ich meine Arbeit fortspinnen, die nächste Kollektion zeigt wieder eine andere Seite von mir. Vielleicht ist sie ein bisschen erwachsener “, meint Lila John.

Irgendwas wird in ihrer Wohnung, die sie mit einer befreundeten Designerin teilt, immer gehäkelt, gestrickt, genäht. Daraus entwickeln sich dann die Ideen, die Form wird bei ihr so gut wie immer beeinflusst durch die Technik, die sie gerade anwendet. In ihrer letzten Kollektion hat sie Mesh, eine Stoffart, besticken lassen. Beim Zuschneiden des Stoffes wurde der Mesh übereinander gelegt, so dass ein Moiré -Effekt entstand. Seither will Lila John diesen Effekt bewusst einsetzen, sie hat sich inzwischen viel mit Moiré und optischen Täuschungen beschäftigt. Vielleicht wird das auch schon in die nächste Kollektion einfließen. 

Wie es zum Namen Lila & John kam, schildert sie so: „Eine Freundin und ich haben schon auf der Modeschule immer gescherzt damit, dass da auch ein John in mir steckt. Ich sehe Ihn als eine zweite Persönlichkeit. Ich spreche meinen Namen ja eigentlich Deutsch aus, aber er sorgt immer wieder für Verwirrung. Das habe ich aufgegriffen und eine Art Wortspiel daraus gemacht. In der Kombination Lila & John wird John natürlich wie der englische Vorname ausgesprochen.“

Viel Inspiration für ihre Kreativität holt sich die junge Designerin aus der Pop-Kultur. Sie hört gerne Hip-Hop und Trap Music, FM4 läuft bei ihr oft den ganzen Tag.
Lila John hat während ihrer Ausbildung auch in anderen Städten gelebt. In Antwerpen, wo sie erst nur ein Praktikum machen wollte, blieb sie gleich ein Jahr, um bei der österreichischen Designerin Carolin Lerch für das Label Pelikan Avenue  mitzuarbeiten.
Die Verbindung besteht bis heute, oft pendelt sie für gleich für mehrere Tage oder Wochen zwischen Belgien und Österreich. 

Wenn sie nach Hause kommt, fällt ihr immer wieder aufs Neue auf, wie schön Wien ist. „Wien erscheint mir dann immer so grün und großzügig. Wir haben hier eine wahnsinnig gute Lebensqualität. Auch in der Gastronomie. In meiner Familie wird die Kaffeehauskultur zelebriert, da bringen mich die manchmal grantelnden Kellner maximal zum Schmunzeln. Und der morbide Wiener Humor ist sowieso einzigartig.“ Lila John findet, „dass in Wien ständig was los ist, dauernd was passiert, alles immer in Bewegung ist.“ 

Sie verlässt auch gerne mal ihre „Blase“, die Leute mit denen sie sehr viele Gemeinsamkeiten und Interessen hat, um andere Menschen zu treffen, die vielleicht nichts mit Mode und Design am Hut haben. „Wir haben hier in Wien auch ein super Angebot an Lokalen und Bars. Da ich im 4. Bezirk wohne, bewege ich mich meist entlang der Linie 13A, in den Bezirken 4, 5, 6.

Lila John

Wohin gehst du gerne essen? Sehr gut ist das Essen im Yummy House auf der Linken Wienzeile. Und ich geh auch gerne ins Aromat auf der Margaretenstraße im 4. Bezirk.

Wenn es was zu feiern gibt, wohin gehst du da zum Essen? Ins Mochi in den 2. Bezirk. Meinen letzen Geburtstag habe ich im Beograd gefeiert, da kann man herrlich „versumpern“ und Sliwowitz trinken.

Hast du eine Lieblingsbar für einen letzten Absacker? Ich mag die Tapete-Bar im 5. Bezirk.

Wo hast du das letzte gute Konzert gehört? Das war im Chelsea bei Wien Diesel. (MC RHINE & DNYE)

Welche Ausstellung in Wien hat dir zuletzt gut gefallen? BETON in der Kunsthalle. Und ich geh manchmal zu den Screenings bei der Filmkoop Wien.

Was hast du zuletzt gelesen? Die Bücher von Elena Ferrante, es hat mich total hineingezogen in diese Welt.

Und welchen Film hast du kürzlich gesehen? „Die Geträumten“ von Ruth Beckermann, im Stadtkino. Ein schöner Film. Ruhig, gelassen.

Wo kaufst du ein in Wien? Am liebsten ist mir Second Hand. Dann mag ich ganz gerne den comerc –Store in der Westbahnstraße. Oder ich kaufe bei webandits im 6. Bezirk. Gut finde ich auch den SightStore in der Kirchengasse.

Wo entspannst du dich in der Stadt am besten? Im Café Jelinek oder im Stadtpark, da legt man sich auf die Wiese und kann relaxen. Diese Möglichkeit habe ich vor allem während meiner Zeit an der Angewandten, die ja direkt daneben liegt, genutzt.

© Lisa Edi

© Lisa Edi

© Lisa Edi

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Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.