Die Abenteuer der Hebamme Margarete aus Wien

Hormongebeutelte und verunsicherte Eltern sind eine extrem beliebte Zielgruppe. Deshalb gibt es regalkilometerweise Ratgeber zu den Themen Baby, Schwangerschaft und Leben mit Kindern.

Dazu jede Menge einschüchterne Blogs von Frauen, die alles ab der Zeugung locker packen und dabei unverschämt gut aussehen.

Das Buch „Zu Hause geboren“ von Judith Leopold sticht hier auf angenehme Weise heraus. Die Journalistin und zweifache Mutter hat sich ein Herz gefasst und „Die unglaublichen Erlebnisse der Hebamme Margarete“ aus Wien aufgeschrieben.

Das Buch ist nicht nur berührend und unterhaltsam, es leistet auf dem Weg wichtige Aufklärungsarbeit. Denn es berichtet mehrfach über den Tag X: Die Geburt.

Hand aufs Herz: Welche werdende Mutter konnte sich diesen elementaren Prozess gut vorstellen, bevor es so weit war? Und warum erzählen so viele Menschen ungefragt Geburts-Horrorgeschichten, sobald sich ein Babybauch abzeichnet?

Nicht nur angesichts von #metoo im Kreißsaal ist es für Frauen und Männer wichtig zu erfahren, dass Kinder im Jahr 2018 auch zu Hause gut zur Welt kommen können. So kann das Thema Geburt wieder aus der Ecke geholt werden, wo auch die Worte Risiko, Horror, unpackbar und Blutbad wohnen.

Eine Geburt kann nämlich auch eine stimmige, wertvolle und kraftvolle Erfahrung sein mit der richtigen Begleitung. In dem Buch nimmt uns Margarete mit in ihren Arbeitsalltag als frei praktizierende Hebamme mit Spezialgebiet Hausgeburt (auch nach Kaiserschnitt). Margarete vollbringt ihre höchstpersönliche Dienstleistung nämlich auch im Stall, im Krankenhaus auf einer Brücke oder mit Polizeiaufgebot.

Das Buch „Zu Hause geboren“ versammelt 14 stimmige Geburtsgeschichten, nicht nur fröhliche, auch tragische, furiose, lang ausgeharrte, glimpfliche und märchenhafte.


Zu Hause geboren 
Die unglaublichen Erlebnisse der Hebamme Margarete
von Judith Leopold
edition riedenburg
164 Seiten

EUR 20,50

 

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.

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