Meine wunderbare Patisserie

Name Julia Kilarski, geboren 1986 in Korneuburg (NÖ), von Beruf Geschäftsführerin von Crème de la Crème, wohnt in Wien Penzing


Seit der Eröffnung im Februar 2017 ist Julie, wie sie von Freunden und Familie genannt wird, fast ohne Unterbrechungen täglich von früh bis spät in ihrem entzückenden Café in der Wiener Josefstadt anzutreffen.

Bald nach dem Abschluss ihres Jus-Studiums absolvierte sie aus purer Leidenschaft für Süßes eine Ausbildung zur Konditor-Meisterin. Seither geht sie voll und ganz in ihrem gezuckerten Reich auf und verwöhnt die Wiener mit außergewöhnlichen Kreationen.

Mehrmals am Tag schlichtet Julie feinste Mehlspeisen, besser noch, französisch inspirierte, süße Kunstwerke, in die Vitrine und von dort auf die Teller ihrer Gäste. Dazwischen sorgt sie mit strahlendem Lächeln für gute Laune, plaudert mit den Kunden oder diskutiert mit ihren Mitarbeitern über neue Kreationen. Und kommt man in der ersten Tageshälfte, serviert sie tolles Frühstück in fünf Varianten samt einer beachtlichen Auflistung von Extras.

Schon beim Betreten des Crème de la Crème begibt sich der Gast mit Haut und Haar in die wunderbare Welt der Julie. Sie hat nicht nur ein Gespür für ästhetische Patisserie, auch einladendes Interieur scheint sie zu können.

Der hohe Raum ist von ausgeprägter, schlichter Eleganz. Blassgrüne und cremefarbene Töne dominieren und werden akzentuiert von goldfarbenen Elementen. Die aufgehängten Spiegel stellen eine Raumillusion her, das kleine Lokal erscheint so größer, als es ist.

Vor dem Ergattern eines Tischchens werden die Besucher meist magnetisch von der Kuchenvitrine angezogen. Hier könnte man der buchstäblichen Qual der Wahl erliegen. Eine Köstlichkeit sticht die andere aus im Schönheits-Contest der feschen süßen Dinger.

Den Zuckergoscherln der Stadt dürfte Julie schon seit Langem bekannt sein: Mit der "Julie Pop Bakery" brachte sie bereits vor Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter Sonja Wojta Schwung in die Wiener Konditoren-Szene. Sie reichten ihre Cake-Pops am Stiel, das war köstlich, hübsch anzusehen und außerdem für eine Weile lang sehr hipp.

Wie kamst du nach deinem Studium der Rechtswissenschaften zu deinem heutigen Beruf? Süßes war meine Leidenschaft, ich habe das Handwerk erlernt und mir den Beruf dann selbst „geschaffen“.

Welche Mehlspeise magst du am liebsten? Am allerliebsten mag ich unseren Scheiterhaufen aus Striezel und sauren Äpfeln mit hausgemachter Vanillesauce.

Ist das Backen immer schon wichtig für dich gewesen? Eigentlich nicht, aber Süßes an sich habe ich schon immer geliebt!

Wie viele Leute arbeiten mit im Betrieb? Mittlerweile sind es drei Konditoren, eine Servicekraft, eine Raumpflegerin und Aushilfspersonal. Meine Mama, mein Mann und mein Bruder helfen ebenfalls regelmäßig mit. Es werden viele Hände benötigt!

Wie schauen deine typischen Stammkunden aus? Meine Stammkunden haben Sinn für Ästhetik und lieben gute Qualität. Außerdem schmecken sie die Liebe, die in unseren Produkten steckt. Sie genießen ihre kurze Auszeit im Crème de la Crème und sind aufmerksam für alle kleine Details.

Was außer backen machst du noch mit Leidenschaft? Ich liebe das Reisen. Ich habe schon viel von der Welt gesehen und ich freue mich immer wieder darauf, Neues zu entdecken. Als Nächstes geht es nach Jordanien. Außerdem lese ich gerne, schaue Filme und interessiere mich für Kunst. Essen ist natürlich ebenfalls eine meiner liebsten Beschäftigungen.

Für was kannst du dich in Wien besonders begeistern? An Wien liebe ich, dass es eine Weltstadt mit Dorfcharakter ist. Ich kann kaum aus dem Haus gehen, ohne jemanden zu treffen, den ich kenne.

Welchen historischen Wiener bewunderst du? Ich liebe Mozart, er ist zwar kein Wiener, aber ein Österreicher, der auch in dieser Stadt wirkte. Seine Musik begleitet mich, macht mich glücklich und inspiriert mich.

Wo verbringst du dein Wochenende? Derzeit fast immer im Crème de la Crème. Wenn wir einmal frei haben, fahre ich gerne hinaus aus der Stadt zum Wandern.

Was liest du aktuell? Auf meinem Nachttischkasterl stapeln sich die Bücher. Ferrante, Reiseführer usw. Zum Lesen komme ich derzeit aber viel zu wenig.

Welchen Film hast du zuletzt gesehen? Ich schaue so viele Filme. Letztens habe ich wieder mit Tim Burton begonnen, Beetlejuice. Und jetzt gerade schaue ich zum wiederholten Male Leon der Profi.

Hast du auch einen Lieblingsfilm? Keinen Film, aber vielleicht Lieblingsregisseure.
Wes Anderson oder die Cohen-Brüder finde ich großartig.

Dein allerliebster Lieblingssong? Viel zu schwierig. Ich liebe Hip Hop, Rock und Klassik.

Hast du ein Lieblingslokal in Wien? Ich liebe das Skopik & Lohn. Für mich stimmt hier alles. Es ist wie in einem Wes Anderson Film, das Ambiente ist unfassbar gelungen. Einzigartig, das Lokal hat so viel Charme, jedes Detail ist durchdacht, von der Uniform mit goldenem Knopf der Kellner bis hin zur Kerze im Papiersackerl am Tisch. Und das Essen ist sensationell, hier gibt es das beste Schnitzel der Stadt.

Wohin gehst du gerne auf einen Absacker, hast du eine Lieblingsbar? Am liebsten mag ich den Club X von Martin Ho, auch hier herrscht ein einmaliges Ambiente, so wie überall was Martin angreift. Seine Handschrift erkennt man sofort, sie ist niemals gleich oder fad, im Gegenteil: immer originell und eigensinnig. Oder ich geh zu meinen Nachbarn in der Lange Gasse, ins Birdyard. Die Drinks hier sind der Wahnsinn.

Wien schmeckt nach...? Nach einer „Eitrigen und einem 16er Blech“ (Anm: Dialektbezeichnung für eine Käsewurst mit eine Dose Ottakringer Bier)

Was isst du am liebsten in Wien? Grammelknödel im Winter, Erdbeerknödel im Frühjahr, Eismarillenknödel im Sommer und Zwetschkenknödel im Herbst.

Wo findest du Wien besonders süß? Bei uns im Crème de la Crème!

Wo gibt es in Wien den besten Kaffee? Mittlerweile gibt es viele Orte, an denen man hervorragenden Kaffee trinken kann. Ganz in meiner Nähe sind das Café Josefine und das POC, die herrlichen Kaffee brauen.

Wo feierst du mit deiner Familie? Im Nordpol, da ist es gemütlich und köstlich. Meine Familienmitglieder sind Gewohnheitstiere.

Wo feierst du mit deinen Freunden? Mit Freunden probieren wir immer etwas Neues aus.

Wo entspannst du dich am besten? Beim Yoga, im Kino oder im Spa.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich inspirieren? Ich gehe gerne in unsere traditionellen Kaffeehäuser. Das Prückel mag ich oder das Café Eiles. Ich finde es schön, dort ein Stück Geschichte zu spüren.

Was möchtest du Wien gerne ausrichten? Wien, ich liebe dich, du warst schon immer und wirst es immer bleiben: meine große Liebe!


www.cremedelacreme.at

 

 

Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.

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