MICHAEL HUEY: Family Tree

Family Tree, Michael Huey (no. 5), 2017

Im Werk Michael Hueys spielt der Stammbaum als “Gestalt” eine entscheidende Rolle; der Künstler setzt sich mit den Themen Verlust und Vermächtnis mittels eines scheinbar unerschöpflichen Reservoirs an Quellenmaterial im eigenen Familienarchiv auseinander. 


Das Archiv ist dabei lediglich sein Mont Sainte-Victoire: der Ort, zu dem er immer wieder zurückkehrt, der Ort, woran er sich intellektuell reibt, der Ort, der sein konzeptuelles Denken aktiviert. Huey lebt zwar nicht in der Vergangenheit, diese ist für ihn jedoch immer wieder Wirkungsstätte: in diesem Sinne pendelt er täglich zur Arbeit.

In seinem Sichern, Ordnen und Pflegen von großen Mengen an Daten über die Vergangenheit seiner Ahnen ähnelt er einem Gutsverwalter oder Kleinstadtmagistrat einer imaginären und immer wachsenden Stadt der Toten. Dabei vergrößert sich für ihn zusehends der Radius dessen, was als “Archivmaterial” gelten kann.

Die echten Wälder seiner Kindheit; ein veritabler Wald an überlieferten Informationen; Wurzeln, die krumm und beschädigt sind und Wurzeln, die sich neu etablieren;  die “Blätter” von abertausenden Seiten Papier in Aktenschränken: die Natur – der Baum – bietet sich als Sinnbild, Metapher und Inspiration an und steht Modell als ordnendes Prinzip sowohl in Hueys genealogischem als auch in seinem künstlerischen Denken. 


Galerie Reinthaler
Gumpendorferstraße 54
1060 Wie
www.agnesreinthaler.com

15.11. - 22.12.2017

Madame Wien

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