Frauen Leben Trickfilm Schaffen

Biidaaban / The Dawn Comes; Amanda Strong, CA 2018

Mit dem neuen Namen „Tricky Women/Tricky Realities“ betont das Animationsfilm-Festival in seinem 19. Jahr den feministisch-künstlerischen Blick auf gesellschaftliche und politische Prozesse. Ebenso sinnreich und doppelbödig wie der Name sind auch die gezeigten Filme.

Die Lebensrealitäten von Frauen sind oft knifflig, verzwickt, heikel und kompliziert. Die Vorteile des Genres Animationsfilm für weibliche Lebensrealitäten liegen damit auf der Hand: Animieren kann man alles. Auch was im echten Leben nicht geht. Was es so nicht gibt. Oder nicht so leicht gezeigt werden kann. Was sich jemand denkt, oder fühlt. Wie sich jemand vorkommt oder was ein Tabu ist. Was sich jemand wünscht.

Good Intentions; Anna Mantzarkis, UK 2019

Mit den gezeigten Filmen sowie Workshops, Vorträgen, Partys, Ausstellung und Diskussionen wird dem Leben und Wirken von Frauen Rechnung getragen. Das “Tricky Women /Tricky Realities” Festival findet von 14. bis 18. März 2019 im METRO Kinokulturhaus statt. Am Donnerstag eröffnet zudem eine begleitende Ausstellung im Bildraum 07

In fast jeder Programmschiene werden mehrere minutenlange Meisterwerke gezeigt. Selbst wenn einzelne Filme nicht gefallen, wird es sicher time well spent. Etwa, wenn Tiere in einer Gruppentherapie über ihre Ängste sprechen, das Verhalten von GroßstädterInnen im Kino seziert wird oder die Kommunikation zwischen den Generationen.

Seit 2001 findet das Tricky Women Festival in Wien statt. Zum 19. Geburtstag legen die Macherinnen des Festivals, Waltraud Grausgruber und Birgitt Wagner, einen Fokus auf historische und aktuelle unabhängige Animationsfilme aus China (Spot on China). Während des Festivals werden zahlreiche Filmemacherinnen und Expertinnen aus China erwartet.

The Man Woman Case; Anaїs Caura, FR 2017

Am Festivalfreitag findet auch ein Vortrag über die Pionierinnen des klassischen chinesischen Animationsfilms (Daughters of the Revolution: Women Filmmakers in Classic Chinese Animation) statt.

Außerdem wurden zwanzig Künstlerinnen eingeladen, ihre Ideen zur Idee der Gemeinwohlökonomie zusammen mit einer Animationskünstlerin und einer Komponistin zu entwickeln. Die Welturaufführung der Kinoversion von Happiness Machine / To The Common Good! findet am Samstag um 20 Uhr statt.

Herzstück des Festivals ist der internationale Wettbewerb (Competition 1-4). Zudem werden gesondert zwei Trend & Newcomer Programme gezeigt (Up & Coming 1+2), Filme der DEFA, ein Österreich-Schwerpunkt und zu später Stunde am Freitag The Man Woman Case. Eintritt ist frei bei den Vorträgen am Samstag. Karten unter reservierung@filmarchiv.at, einzeln oder gleich im Zehnerblock.

Animal Behaviour, Alison Snowden & David Fine, CA 2018

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.

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