Wien per Bim

Jetzt aber schnell! Neulich kaufte bei der Buchhändlerin unseres Vertrauens jemand das Buch „Wien entdecken mit der Bim“ aus dem Styria Verlag - als Geschenk.

Zum Geleit: MadameWien hat natürlich eine Jahreskarte!  Und so gut wie alle im online - Magazin portraitierten WienerInnen, die schon einmal woanders gelebt haben, erwähnen ausdrücklich die Qualität der Wiener Linien. Straßenbahnfahren scheint zudem besonders meditativ.

Man ist auf Straßenniveau unterwegs, die Geschwindigkeit erlaubt das Schauen und wer bei einer Endstation einsteigt, hat ziemlich sicher eine Sitzplatz.

Die meisten Straßenbahnen haben eine abwechslungsreiche Strecke vom Zentrum an den Stadtrand (wie etwa der 38er vom Jonasreindl nach Grinzing), entlang der prachtvollen Ringstraße bis zum Zentralfriedhof (71) oder auch vom Westpol zum Nordpol (wie die Linie 5).

Bei der Einleitung des Buches der Autoren Beppo Beyerl und Thomas Hofmann (der auch in der Geologischen Bundesanstalt in der Vermittlung arbeitet) könnte man noch befürchten, dass die beiden ins Nerdige verfallen und nur Feinheiten für ferrophile Feingeister vom Stapel lassen.

Es ist aber tatsächlich ein Reiseführer für Wien mit der Bim, auch wenn der namensgebende Ton bei den aktuellen Tramway-Modellen nicht mehr erklingt. Enthalten sind alle 29 verbliebenen Straßenbahnlinien mit einem Streckennetz von 172 Kilometern. Selbst auf Strecken, die MadameWien regelmäßig nutzt, lernt sie bei der Lektüre des Werks noch Einiges dazu.

Oder wissen Sie, wofür die Abkürzung STAFA steht, nach der das Eckhaus Mariahilferstraße/Kaiserstraße benamst wurde? Oder was es mit den Johanna Dohnal - Birken auf sich hat? Wo der Prominentensilo ist oder der Boxclub der Wiener Linien?

Beyerl und Hofmann laden dazu ein, im Zürcher Hof das „Fries der Arbeit“ in Augenschein zu nehmen, die Eule an der TU oder andere tierische Straßenzeichen. Sie lenken den Blick auf berühmte und weniger berühmte Gebäude, erzählen von großen Persönlichkeiten der Vergangenheit und von zukunftsweisenden Planungen.

Wer noch nicht genug hat, kann (mit dem 18er) ins Verkehrsmuseum in der Remise fahren. Und dort etwa den Bus besichtigen, der mit der einstürzenden Reichsbrücke in die Donau stürzte.

 


 

Wien entdecken mit der Bim
Beppo Beyerl/Thomas Hofmann
Styria Verlag 2019,
Paperback 176 Seiten

21 Euro

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.

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