Alle satt?!

Natürlich oder künstlich, althergebracht oder 4.0, biologisch oder konventionell? So kommen wir nicht weiter, wenn wir in Zukunft 10 Milliarden Menschen ernähren wollen, argumentiert Urs Niggli.

Die industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung, Monokulturen, Maschinen und massivem Einsatz von Dünge-, Arznei- und Spritzmitteln ist Ursache für etliche Umweltprobleme und verbraucht enorme/endliche Ressourcen.

Aber bekommen wir mit der weniger ertragreichen, aber mit anderen Vorteilen begleiteten biologischen Landwirtschaft alle satt? „Alle satt?“ heißt das neue Buch aus der Serie „Leben auf Sicht“ im Residenz Verlag.

Autor Urs Niggli leitete 30 Jahre das renommierte Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Statt auf Schwafeln setzt er lieber auf Fakten, Forschung und Freiheit im Denken. „Wir wissen viel, aber wir handeln nicht danach“, ist eine Essenz des sehr gut lesbaren, schmalen Bands. Und „Bio kann (sehr) viel, aber (leider) nicht alles“. Nüchtern, fundiert und mit sympathischen, persönlichen Einsprengseln wagt sich der Schweizer an die großen Fragen: Warum gibt es Hunger? Soll man Tiere essen? Reicht Effizienz ohne Suffizienz? Wie kommt das Essen in die Städte? Ist die Agrarwirtschaft zum Wachsen verdammt? Um das Ziel einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung zu erreichen, werden sämtliche Innovationen notwendig sein. Davon ist der Fachmann nach 40 Jahren Forschung überzeugt. Was wir nicht brauchen sind Missionare, die auf dem einzig wahren Weg beharren.


Alle satt?
Ernährung sichern für 10 Milliarden Menschen
von Urs Niggli
Residenz Verlag
158 Seiten
19 Euro


© Beitragsbild: Charles Deluvio

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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