Von Tauben, Haderlumpen und Frauenschicksalen

Das Glücksspiel bringt nicht erst seit Erfindung der einarmigen Banditen Unglück in Familien und Freundschaften. Bettina Balàka stellt in ihrem aktuellen Buch „Die Tauben von Brünn“ die Geschichte von Berta Hüttler und Hans Sothen ins Zentrum.

Sie ist die Tochter eines Brieftaubenzüchters im Dachgeschoß und er der Sohn des Trafikanten im Erdgeschoß, wohnhaft im gleichen Haus „Am Hof“ in der Wiener Innenstadt.

Zwischen Wien und Brünn wird im Lauf der Jahre der eine sehr reich und die andere arm. Johann Karl wird Freiherr von Sothen, Gesellschaftslöwe und Palaisinhaber auf Kosten der Familie Hüttler. Aber das bekommt ihm letztlich nicht.

Der Roman beruht auf realen Personen und Geschehnissen und Bettina Balàka versteht es, diese Geschichte aus dem 19. Jahrhundert lebendig auferstehen zu lassen. MadameWien erfährt bei der Lektüre nebenbei viel über Taubenzucht, Schwindsucht, den Heiratsmarkt und das Lotteriewesen, langweilig ist ihr dabei jedoch keine Sekunde.

Spoileralert: Es ist empfehlenswert, den Klappentext nicht zu lesen, weil darin zu viel verraten wird, was die Spannung aus der Geschichte nimmt. Soviel sei gesagt: Bei aller Tragik endet das Buch versöhnlich und so gut wie möglich.


Die Tauben von Brünn
von Bettina Balàka

Deuticke Verlag 2019
188 Seiten
Euro 20,60

 

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.

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