Liebe grenzenlos

Ein packende Familiengeschichte, die in einem uns fernen Land oder in einer ganz anderen Zeit angesiedelt ist, schafft es oft leichter als ein Sachbuch, uns Konflikte, Geschichte und wichtige Einflussfaktoren zu erklären.

Das gelingt auch im neuen Roman von Jad Turjman, der auf verschiedenen Zeitebenen den Krieg in Syrien, die Vorgeschichte und verschiedene involvierte Konfliktparteien aufdröselt

Leider gerät dabei der Plot manchmal zu nah an Schlagzeilen und Schlagworte. Da bekommt man als Leserin das Gefühl, dass manche Punkte und Personas abgehakt und untergebracht werden müssen. Eine Alawitin und ein Sunnit, die sich lieben, stehen im Mittelpunkt. Ein Vater ist hochrangiger Militär, der andere hat eine Zweitfrau. Ein genähtes Jungfernhäutchen, eine Deutsche, die vom IS rekrutiert wird, ein radikalisierter Bruder mit Bombe, eine zwangsverheiratete Schwester – sie alle treten auf. Das ist manchmal ein wenig dick aufgetragen, macht aber auch anschaulich. Dennoch spannend, aktuell und eben nicht von einem europäischen Beobachter verfasst.


Der Geruch der Seele. Eine Liebesgeschichte in Zeiten von Krieg und Revolution.
von Jad Turjman
Residenz Verlag
268 Seiten
22 Euro


Beitragsbild © Foto Flausen

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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