Wenn Heldinnen reisen

Doris Dörrie ist eine tolle Geschichtenerzählerin. Sie schreibt als Regisseurin und Autorin nicht nur professionell, sondern auch privat sehr gerne (Buchtipp: „Leben Atmen Schreiben“).

Und sie reist für ihr Leben gern, hat in einigen Ländern länger gelebt und gearbeitet. Aus ihrem eigenen Leben und den Begegnungen mit anderen Menschen schöpft sie Lesenswertes: schonungslos offen, mit genauer Beobachtungsgabe für sich und andere, Selbstironie und Humor, feministischem Fokus.

Man kann sich gut vorstellen, dass ihre Freund*innen und Bekannten stets fürchten müssen, in einem ihrer Bücher vorzukommen. Die Heldenreise ist ja DAS Strickmuster für Geschichten der Menschheitsgeschichte, seit diese festgehalten und weitererzählt werden. Die Rolle der Frauen bleibt dabei stets passiv und unterbelichtet – großer Nachholbedarf also für Heldinnenreisen. In „Die Heldin reist“ stellt Doris Dörrie konsequent Protagonistinnen in den Mittelpunkt.

Ausgangspunkt sind ihre letzten Reisen vor Corona mit dem Lifestyle in den USA, Japan und Marokko – mit Erlebnissen als junge und gereifte Frau. Ein Lesevergnügen.

Die Heldin reist
von Doris Dörrie
Diogenes
240 Seiten
22,70 Euro

Beitragsbild: © Dieter Mayr

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