Kulturen im Gespräch

Ein Gespräch kann den Unterschied machen und in der Begegnung können Vorurteile ausgeräumt werden. Auf diesen Moment steuert das Buch von Gerhard Deiss „Ein Garten zweier Welten“ unaufhaltsam zu.

Die zwei Charaktere sind Hartmut, alternder österreichischer Diplomat und Ex-Mann und Vater in einem Land, in dem die Muezzine rufen (vielleicht Marokko?) und Hamid, muslimischer Gärtner im Garten dieses Diplomaten, der gerne heiraten möchte, aber auch als „Märtyrer“ mit Sprengstoffgürtel angeworben wird.

In abwechselnden Kapiteln erzählt Gerhard Deiss aus dem Leben der beiden Männer, ihren familiären Vergangenheiten, aktuellen Sehnsüchten und gegenwärtigen Bedrohungen. Das Buch plätschert ungewöhnlich ruhig und sprachlich blumig dahin, obwohl eigentlich Dramatisches verhandelt wird. Vielleicht liegt es an den Erfahrungen des Autors, denn für Diplomaten und Juristen schickt es sich sicher, Ruhe zu bewahren. Schöne Lektüre für einen ruhigen Nachmittag im Park oder Garten.


Ein Garten zweier Welten. Erzählung
von Gerhard Deiss
edition atelier
128 Seiten
17 Euro

© Beitragsbild: Philipp Waterton

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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