Häppchen aus der Denkzentrale

„On demand“ und „to go“ sind die wichtigen Darreichungsformen unserer Zeit.

Das macht sich Julia Reichert in „Hirn to go“ zunutze und lässt uns an Wissen aus der Hirnforschung in knappen verständlichen Texten teilhaben.

Die smarten Prostituierten aus dem Untertitel machen neugierig. Wer aber weiterliest, wird feststellen, dass ihnen ihre Gehirnkraft nichts nutzt, wenn Vorurteile regieren.

In lebenspraktischen Kapiteln erklärt die Autorin, welche Strategien und Vorgangsweisen aufgrund einer Kommandozentrale in dunkler Höhle ohne direkten Kontakt zur Außenwelt zum Scheitern verurteilt sind – und welche vielleicht nicht.

Neujahrsvorsätze und zweiter Eindruck sind z.B. ziemlich hoffnungslos, kalte Duschen, Dankbarkeitstagebücher, Geselligkeit, Lachen und Digital Detox hingegen erwägenswert. Prädikat knackig, informativ und wissenswert.

Da Reichert gegenderte Sprache für überflüssig hält, würde MadameWien noch ein Kapitel zum Thema „Hirn - Sprache und Wirklichkeit schaffen“ interessieren. Vielleicht kommt das in Band zwei.


Hirn to go

Was wir von listigen Hirnforschern und smarten Prostituierten lernen können.
von Julia Reichert
Ueberreuter
164 Seiten
17 Euro

Beitragsbild: © vogelwild und andres

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