Im Grünen Prater

Gleich hebt er ab!

Die Zweibeiner haben es eilig heute. Es wird nicht wie sonst ausgiebig durchs Dickicht marschiert, heute muss es ein Abstecher in den Prater auch tun.


Von der Wasserwiese geht es zuerst Richtung Hundezone. Verdammt wenig Spielraum hat man an so einer kurzen Leine, denkt Herr Rossi. Akkurat neben dem Schild „Hundeauslaufplatz“ wird abgeleint. Endlich geht der Spaß los.

Hündisches „Socialising“ nennt sich das. Das ist Rambazamba: Schwanzgewedel, Geschnüffel, Gewimmel, yeah. Ohne Leine sind alle friedlich, freundlich und ausgelassen, was für ein Spaß.

Kein Vergleich zu lautstarken Begegnungen mit leinezerrenden und brüllenden Zweibeinern. Da muss einer ja agressiv werden. Die Zweibeiner in der Stadt sind ohne Druck und Stress auch besser gelaunt, denkt der Hund.

Er beschnüffelt weiter interessiert zahllose vorbei ziehende Hundehintern. Menschen sind gerade eben sehr egal, kein Thema sozusagen. Herrlich, sich mit Seinesgleichen auszutauschen. 

Auf der Prater Hauptallee angelangt, ist es aus mit dem großen Bewegungsradius. Es wird wieder die leidige Leine angelegt.
Aber hola! Wunderschöne, betörende Hundefräuleins kreuzen hier den Weg des großen Schwarzen. Nicht schlecht, Herr Specht.

Die Zweibeiner wollen jetzt zur Liliput-Bahn. Die ist aber heute nicht in Betrieb, so ein Glück, Herr Rossi mag eh nicht Zug fahren.

Der Hund findet, dass warten sinnlos ist. Und Georg Friedrich ist auch nicht da.

Man könnte ja die Bahnstrecke inspizieren und findet sich plötzlich mitten im Wald wieder.

Okay, das dauert eindeutig zu lange, da kommt heute nichts mehr. Herr Rossi tritt den Rückweg an.

Gar nicht so schlecht, dieser Prater, denkt der Hund. Überhaupt im Frühling.

Und dann singt Senta Berger und lässt sich durch die Hauptallee kutschieren...
Noch schöner bringt die Robert Stolz-Prater-Schnulze der große Fritz Wunderlich.

Dem Hund ist das zu kitschig. Er haut sich aufs Ohr und träumt lieber von Hundedamen, die seinen Weg kreuzen. Natürlich ohne Leine, so schauts aus im Hundeparadies.

 

 

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