A Hella of a ride

Download von www.picturedesk.com am 03.05.2022 (15:50). *** EXKLUSIV *** Guardian journalist Hella Henrietta Pick CBE is a British-Austrian journalist of Austrian descent. Hella Pick was born in Vienna, Austria into a middle-class Jewish family. Her parents divorced when she was three years old and she was raised by her mother. © David Levene / eyevine :.. .http:/// - 20170313_PD11116 - Rechteinfo: Rights Managed (RM) Exklusives Bildmaterial - Achtung Sonderkonditionen

Hella Pick, 35 Jahre diplomatische Korrespondentin für Medien wie „The Guardian“, legt ihre Autobiographie vor. 1939 kam das jüdische Wiener Mädel mit einem Kindertransport nach England.

Ihre Nummer 4672, ihr einziges englisches Wort Goodbye. Journalistin war zunächst nicht ihr Berufswunsch. Sie studierte an der London School of Economics, sich von Stipendium, zu Förderung, zu Unterstützungsleistung hangelnd.

Heute kennt man Hella Pick als eine der ersten Journalistinnen im Ressort Außenpolitik. Zu ihrer Zeit auffällig, wie ein bunter Hund. Und sich machte etwas daraus - ohne sich zu kompromittieren.

Heute, so schreibt sie, tut es ihr leid, dass sie sich nicht für das Vorankommen von Frauen in dem Medienbranche insgesamt eingesetzt hat: „Ich begriff mich damals nicht als Wegbereiterin, geschweige denn als Vorbild für andere Journalistinnen. Und später, als immer mehr Frauen den Beruf ergriffen und die Gleichstellung mit männlichen Kollegen forderten, schloss ich mich ihren Kampagnen zu meiner ewigen Schande nicht an. Ich blieb eine ‚Ein-Personen-Show‘, die es vorzog, über interessante Frauen zu schreiben und am eigenen Beispiel zu beweisen, dass Frauen in den Medien – wie auch sonst überall – Männern ebenbürtig und oft sogar überlegen sind.“

Hinter der glänzenden Kulisse ihres beruflichen Auftritts lauerte das lebenslange Bedürfnis nach Anerkennung, das sie als „offenes Gefängnis“ bezeichnet. Ihr erster Job als Wirtschafts- und Handelsredakteurin führte sie 1957 für das Magazin „West Africa“ nach Westafrika, wo sich englische und französische Kolonien gerade eigenständig zu machen begannen. Später wurde sie „The Guardian“-Korrespondentin für die UNO und berichtete aus dem Weltenbund, der damals auch noch eine recht junge Institution war.

Danach und dazwischen - insgesamt bis 1996 - war sie im Einsatz in den USA und Europa. Sie schrieb eine Biografie über Simon Wiesenthal, organisierte Konferenzen für den „Club of Three“ und das „Institute for Strategic Dialogue“.
Pick lässt uns teilhaben an ihren beruflichen Einsätzen, der andauernden Entwurzelung und Unsicherheit im Leben eines Flüchtlingskinds. An der Enge der Beziehung zu ihrer Mutter, dem aufeinander geworfen sein. An gescheiterten und gelungenen Beziehungen mit schillernden Männern.

Gefühlsmäßig war sie bei jedem historischen Ereignis berichtend dabei: als Nixon erstmals ins Weiße Haus einzog, als Waldheim UNO-Generalsekretär war, als die Studierendenproteste in Paris tobten, als Martin Luther King mit Tausenden nach Washington marschierte, als Panzer den Prager Frühling plattmachten, als Kennedy erschossen wurde, als Lech Wałęsa den Friedens-Nobelpreis bekam, die Kuba-Krise schwelte und die Sowjetunion zerfiel. Sie schloss ihren Frieden mit Deutschland und Österreich, auch durch die Freundschaft mit Willy Brandt.

Armut kenn sie aus eigener Anschauung ebenso wie vornehme Kreise. Ein ehrliches Buch über den Willen, Widerständen zu trotzen und seinen Platz im Leben zu finden.


Unsichtbare Mauern
von Hella Pick, übersetzt von Jaqueline Csuss
Czernin Verlag
336 Seiten
28 Euro


Beitragsbild: © David Levene

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