Wo lang im Konsumdschungel?

Nunu Kaller macht sich in ihrem neuen Buch auf die Suche nach dem guten Konsum. Spoiler Alert: Der beste Konsum ist immer der nicht getätigte.

Dabei nähert sich die langjährige KonsumentInnensprecherin von Greenpeace nicht mit dem gezückten Zeigefinger. Stattdessen fragt sie sich, was da bei ihr selbst los ist, sie fragt nach bei Fachleuten, hinterfragt, analysiert und rechnet.

Sie offenbart ihre eigenen Macken, bereitet Studien auf und beobachtet sich und andere beim Kaufen und Nicht-Kaufen.

Dopamin ist eine potente körpereigene Droge und die "Fear of Missing Out" (FOMO) arg. Die Fußnägel rollt es einem auf: Das Mädel mit dem frisch gekauften Paillettenkleid um 10 €, „das sie fix nie anziehen wird“. Oder bei der Rechnung mit den Turnschuhen um 100 €, von denen acht Euro für Materialkosten und ganze 40 Cent (!) für die Näherin anfallen.

Die Wahnsinnigkeiten des Kapitalismus und der First World ziehen geballt vorbei: der Webshop mit Nippes von Marie Kondo, die Gestaltung von Umkleiden und Regalen, die Palmöl-Omnipräsenz, Influencer und Beauty-Bloggerinnen, Billigstmaterialien bei High-End-Produkten, Packerlsuppen, Mikroplastik, Fast Fashion, Black Friday, Rana Plaza, gekaufte Gütesiegel, ein Kleiderständer mit Conscious Collection mitten in der Polyester-Flut und nicht verkaufte Teile, die verbrannt werden.

Nunu Kaller (Autorin von  Ich kauf nix  und  Fuck Beauty) schreibt, wie sie spricht. Sie ist ehrlich mit sich und uns. Und am Ende dürfte jede Leserin und jeder Leser einige Ansatzpunkte gefunden haben, was er oder sie nie mehr kaufen mag.


Kauf mich!
Auf der Suche nach dem guten Konsum
von Nunu Kaller

Kremayr & Scheriau
238 Seiten
22 Euro


©Beitragsbild: Artem Beliaikin

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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