Jugendliche berichten aus dem Hausarrest

In Band 3 der „Geschichten der Gegenwart“, herausgegeben von Ernst Schmiederer, schreiben rund 120 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahre Berichte aus dem Hausarrest im Frühjahr 2020. Was sie eint: Sie besuchen verschiedene Ausbildungszweige der business academy donaustadt in der Polgarstraße in Wien Donaustadt.

Ungefiltert beschreiben sie in eigenen Worten die Wohnsituation, wie sie den Tag verbringen, wie sie die schulischen Anforderungen bewältigen, was sie vermissen, wie sie sich fühlen und was sie vielleicht neu entdeckt haben.

Manche haben massive Schlafstörungen, andere entdecken das Kochen, Backen und Sporteln für sich. Nicht alle Berichte sind tragisch, aber jeder einzelne gibt Zeugnis.

Heute nennen wir diese Zeit Lockdown eins. Und beinahe ein Jahr später hat das Einsperren von jungen Menschen und das Zusperren von Schulen nur phasenweise aufgehört. Im Lockdown 1 waren die meisten im Bildungsbetrieb mit der Ho-Ruck-Digitalisierung überfordert und unvorbereitet: Eltern, Lehrende und Lernende. Das kann sich gebessert haben. Zumindest für Menschen im Bildungsbetrieb bleibt das Buch dennoch eine Pflichtlektüre, um in den Blick zu bekommen, wer das Gegenüber ist. Die Zielgruppe, wie man so schön sagt. Was ist ihre Lebensrealität?

Spoiler: Nicht alle haben einen eigenen Schreibtisch, einen eigenen Laptop, eine dicke Datenleitung und Eltern, die sie unterstützen können. Und damit das mahnende Büchlein nicht so einfach verlegt werden kann, ist es „wespenfarbig“ gestaltet in gelb-schwarz. Sozusagen ein Stachel im Fleisch für ein zeitgemäßeres Bildungssystem.


Geschichten der Gegenwart
Band 3
Berichte aus dem Hausarrest
Lockdown
Ernst Schmiederer (HG.)
Edition Import /Export 2020

19,80 Euro

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© Beitragsbild: Götz Schrage

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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