Die Psychodynamik der Wokeness

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Die Fronten bei der Weiterentwicklung der Welt wirken verhärtet. Die einen wollen doch nur ihre Privilegien hüten und weiter ihr Ding machen, wobei andere dann halt weiter all die vielen unangenehmen Sachen machen und aushalten müssen.

Die anderen sind auf einer Mission zur Weltverbesserung – und da gibt es wahrlich genug Baustellen. Sie weisen zurecht, sie fordern Schutz und das Bewusstmachen von Privilegien ein und sind als Personen unverwechselbar.

Die Psychologin Esther Bockwyt versucht ein wenig Luft in scheinbar hermetisch getrennte Weltanschauungen zu bringen.

Woke, also wachsam zu sein, ist wichtig. Aber nicht alle Trends rund um aktuelle Ausprägungen von Wokeness und Cancel Culture hält Bockwyt für wünschenswert für unser Zusammenleben. Und sie ist damit in ihrer Disziplin nicht allein. Die Psychologie liefert Erklärungsmuster, warum sich Menschen in der einen oder anderen Art verhalten und nur wenige davon sind wirklich krankhaft. Man kann sich aber auch verrennen und in ungünstige Dynamiken abbiegen.

Was das alles mit Begriffen wie Reaktanz, Ingroup/Outgroup, Ambiguitätstoleranz, Narzissmus, Opferhaltung und Erwachsenwerden zu tun hat, warum Betroffenengruppen wichtig, aber durchgehend real, und virtuell abgeschlossene Safe Spaces vielleicht zuviel sind, legt sie auf knapp 220 Seiten dar. Die Leser:innen müssen nicht mit allen Ansichten übereinstimmen, um ein paar Aha-Erlebnisse zu haben. Denn so unterschiedlich sind wir als Menschen nicht, auch wenn jeder auf Social Media klar positioniert und schillernd rüberkommen will.

Es ist nicht leicht die Welt zu verändern. Empathie, zuhören und mit Frust gesund umgehen kann uns helfen.


Woke. Psychologie eines Kulturkampfs
von Esther Bockwyt
Westend Verlag
224 Seiten
18,95 Euro


Beitragsbild: © Max Brunnert

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