Dummheit ist gefährlich

Oesterreich / Linz / Prim. Dr. Adelheid Kastner / Psychiaterin / Forensiche Psychatrie / Guachten unter anderm von Fall Fritzl Fotografiert im Kepler Universitaetszentum in Linz ©Philipp Horak

Sie gefährdet Beziehungen demokratischen Grundkonsens und den sozialen Zusammenhalt.

Die durch spektakuläre Kriminalfälle bekannt gewordene Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner beleuchtet in ihrem neuesten Buch mit den unterschiedlichen Aspekten der menschlichen Dummheit.

Was haben so unterschiedliche Dinge wie „alternative Fakten“, menschenleere Begegnungszonen in Satellitensiedlungen und Schönheits-OPs als Maturageschenk gemeinsam?

Die Autorin wagt sich an den aufgeladenen Begriff der Dummheit und betrachtet sowohl die sogenannte messbare Intelligenz (IQ) sowie die „heilige Einfalt“ und die emotionale Intelligenz, deren Fehlen immensen Schaden anrichten kann.

Was treibt Menschen, die fähig sind, rational-kognitiv nachdenken könnten, dazu, sich und andere durch „dumme“ Entscheidungen ins Unglück zu stürzen? Wie ist kollektive Bereitschaft zu Ignoranz zu erklären und warum nimmt dieses Phänomen scheinbar so eklatant zu? Gibt es einen Konsens dafür, dass langfristig fatales, aber unmittelbar subjektiv vorteilhaftes Verhalten als „dumm“ anzusehen ist? Sind Abwägen und Nachdenken altmodisch? Und was bitte ist so attraktiv am Konzept des Leithammels, der uns das Denken abnimmt, oder des coolen Influencers, der uns den einzig wahren Weg zeigt?

Heidi Kastner beschreibt, wie Ignoranten handeln und analysiert kurz und präzise Querulanten und Faktenverweigerer. Und obwohl das Wort Pandemie im Buch nicht vorkommt, kommen unweigerlich Assoziationen zur Gegenwart auf.
„Dummheit hat in der Geschichte der Menschheit schon mehr Schaden angerichtet als Waffen“, sagte sie in einem Ö1 Interview. Damit hat sie wohl recht.

 

»Glück ist etwas,
das in vielen Formen kommt,
und wer kann es erkennen?«
Ernest Hemmingway in „Der alte Mann und das Meer“


Dummheit
von Heidi Kastner
Verlag Kremayr & Scheriau
112 Seiten
18 Euro


Beitragsbild: Philipp Horak

Nini Tschavoll
Nini schreibt, fotografiert und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.
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