Menschensplitter

Ronnie Niedermeyer in der Galerie Splitter Art

Zugegeben, das Bild ist etwas furchterregend. Ronnie Niedermeyer ist zwar nicht der Terminator, aber am kommenden Wochenende will er tatsächlich etwas kaputt machen. Brachial, mit Axt und Vorschlaghammer.

Seine lebensgroße Fotoskulptur „Menschensplitter“ war die letzten 9 Monate ein Fixpunkt in der Galerie Splitter Art, nun macht er Platz für Neues.

Das Werk besteht aus hunderten gläsernen Fragmenten einer Fotografie von Andreas J. Hirsch, der zugleich Kurator der Ausstellung ist.

Nach Meinung Niedermeyers betont die künstlerische Darstellung menschlicher Brüche und Risse das notwendige Zerstörungsmoment, welches wiederum einen Neuanfang ermöglicht und ihm nun unausweichlich erscheint.

Und weil seine umtriebe Galeristin Batya Horn schon die nächste Ausstellung plant, wird der Splittermann nun endgültig in weitere Teile zersplittert.

Verhindert werden kann das nur noch, wenn sich vor dem Akt der Zerstörung noch ein Käufer für die Skulptur findet. Dann würde Ronny Niedermeyer die Finnisage in Form einer Performance vielleicht doch noch absagen, wie er schmunzelnd meint. Obwohl er sich augenscheinlich schon sehr darauf freut und das gesamte Geschehen auf Film festhalten lassen will.

Nachbericht der Redaktion:
Deswegen bat der Künstler sein Publikum am 9. September 2017 um 18:30h "pünktlich und in feierlicher Kleidung“ in die Galerie, das Geschehen wurde filmisch festgehalten. Das ganze Szenario begleitete der bekannte Grabredner Hannes Benedetto Pircher mit einem funeralrhetorischen Abgesang.

Auf jeden Fall merke man sich die Edition Splitter & Splitter Art in der Salvatorgasse in der Inneren Stadt. Hier werkt und wirkt eine Frau, die ursprünglich zu diesem Geschäft kam wie die sprichwörtliche Maria zum Kind. Seit nunmehr 26 Jahren bemüht sich Batya Horn als Kleinverlegerin und Galeristin unermüdlich darum, außergewöhnliche Texte zu verlegen. Sie selbst sieht sich an der Peripherie des internationalen Kunst- und Literaturmarktes.

Bei ihr erscheinen Anthologien, Kunstbücher, Kinderbücher, Philosophisches  und viele andere wichtige und formschöne Werke, die es nur selten in die Bestsellerlisten schaffen.

Ihren bislang einzigen „Bestseller“ nennt sie das Büchlein Ich möchte durchbrennen in meine Welt.  Es handelt sich hierbei um eine Sammlung außergewöhnlicher Sätze, Gedanken und Formulierungen ihrer an Demenz erkrankten und mittlerweile verstorbenen Mutter Sylvia Rosenhek, der sie mit der Publikation ein Denkmal setzte.

 


Edition Splitter & Splitter Art
Salvatorgasse 10
1010 Wien

Montag – Freitag 15:00h – 17:30h
Sowie nach Voranmeldung

www.splitter.co.at

Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.