Sonnengruß aus Steilvorlage

Dagmar Kasper fotografiert von Nini Tschavoll

Name Dagmar Kasper, geboren 1964 in Wien, wohnt in Wien Leopoldstadt, Beruf Yogalehrerin


Dagmar Kasper war viele Jahre freiberufliche Kostümbildnerin für Film- und Werbe­produktionen. Entspannung spielte im Leben der dreifachen Mutter lange keine Hauptrolle, Ruhe bewahren hingegen schon. Seit zwölf Jahren unterrichtet sie Yoga. So offen wie ihr Stil ist auch der Zugang zu ihren Kursen. Ob einzeln oder in der Gruppe, ob USI-Kurs oder Yogastudio – mitmachen kann jeder. Aber nur wenige erreichen dabei ihre Form und Grazie.

1991 bekam Dagmar Kasper von ihrem 80-jährigen Opa ein Buch über den Sivananda-Morgengruß geschenkt. Mit 27 Jahren hatte sie selbst schon den einen oder anderen Sonnengruß gemacht. Weil sie als Jugendliche viel geturnt hat, war sie ein talentiertes Versuchskaninchen für eine Freundin, die damals gerade mit der Yogalehrer-Ausbildung begann. Seit 2004 unterrichtet sie in Wien auf allen Levels und ohne Allüren. Ihre Kurse passt sie an das Können der jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an: Am Universitäts-Sport-Institut (USI), im Studio, in Firmen, im Wohnzimmer, einzeln oder in Gruppen und im Sommer auch auf der Jesuitenwiese im Prater.

Die Absolventin des Modekollegs in Michelbeuern arbeitete davor viele Jahre als Kostüm­bildnerin für Film- und Werbe­produktionen: „Ich glaube, ich habe damals schon ruhig gewirkt. Wenn du drei Kinder hast und einen Beruf in der Filmbranche, gehst Du entweder zugrunde oder du versuchst dich in dieses Chaos hinein zu entspannen“, sagt die Yogini und muss herzhaft lachen. Schon damals arbeitete sie gerne mit dem Körper: „Ich habe ein Auge dafür. Das war schon beim Film mein Ansatz. Wie steht jemand, wie geht jemand und was kann ich ihm oder ihr anziehen, sodass es nicht verkleidet wirkt.“ Die Sprache des Körpers fasziniert sie. Nach einer Ausbildung in Nuad (einer Massagetechnik, auch Passivyoga genannt), macht sie gerade eine Cranio-Sacral-Ausbildung. Es passt für sie sehr gut, „dass wir im Westen Yoga über den körperlichen Zugang betreiben. Kräftigung, Dehnung, Entspannung – das ist für alle gut.“ Um zu entspannen und den Geist zu klären, meditiert sie oder macht selbst Yoga. Zum Austoben macht sie Capoeira. Und ist inzwischen selbst Großmutter.

Mit 16 zog sie nach Wien, wo sie auch geboren ist. Davor lebte sie mit ihren Eltern einige Jahre in Kärnten und Niederösterreich. Das Nomadische ist ihr geblieben. Angefangen hat sie im 2. Bezirk, wo sie – „alte Liebe rostet nicht“ – auch heute wieder wohnt. Viel Zeit für Nachtleben und Großstadtflair blieb ihr als junge Frau nicht. Nach der Matura studierte sie kurz Kunst­geschichte, fing dann eine Gärtnerlehre an und bekam früh ihr erstes Kind. So abrupt der Schnitt vom Kind zur Mutter auch erfolgte, begleiten sie manche rote Fäden doch bis heute. Als Jugendliche nähte sie sich Ballkleider nach und verdiente viele Jahre mit Kostümen ihr Geld. Eine Bildungskarenz 2010 nutzte sie, um das als zweifache Mutter angefangene Land­schafts­ökologie­studium fortzuführen. Vom Gärtnern hat sie sich aufs Imkern verlegt. Ein Kind auf dem Rahmen vor dem Lenker, eines auf dem Gepäckträger, so war sie mit wallendem Haar unterwegs. Heute fährt sie in Wien nur noch mit dem Rad. Inzwischen mit Helm in ihrer Lieblingsfarbe Türkis. Gelassen bleiben, nichts bereuen und das eigene Ding durchziehen. Das muss man ihr erst einmal nachmachen.

Für was kannst Du Dich im 2. Bezirk begeistern? Für den Karmelitermarkt, die kleinen Gassen, den Prater und den Augarten. Und für die Menschen.

Warum machst du Yoga im Prater? Yoga im Freien ist ein besonderes Erlebnis – so nah verbunden mit Erde und Natur.

Was zeigst du Gästen  in Wien? Die Märkte , meine Favoriten sind der Brunnenmarkt, der Karmelitermarkt und der Naschmarkt, die Parks, das MQ.

Wo verbringst du deine Wochenenden? Sehr oft beim Capoeira-Training, mit Spazieren im Wienerwald, beim Tanzen, beim Marktbummel, mit Freunden und Familie.

Was liest du aktuell?Etwas mehr Hirn, bitte“ von Gerald Hüther.

Welchen Film hast du zuletzt gesehen? „Captain Fantastic“ mit Viggo Mortensen.

Was läuft derzeit auf deiner Playlist am meisten? Rebekka Bakken, Dota und die Stadtpiraten.

Dein liebster Lieblingssong? „Daylight is Short in Fall“ von Rebekka Bakken.

Dein Lieblingslokal für einen Brunch?  Magda’s Hotel.

Dein Lieblingslokal zu mittag?  Nguyen’s Pho House.

Deine Lieblingsbar?  Im Sommer überall im Freien, im Winter mag ich die Bar „Beimir“. Die haben die besten Cocktails!

Wien schmeckt nach … Apfelstrudel.

Wo gibt es in Wien den besten Kaffee? Im Espresso natürlich!

Wo feierst du mit deiner Familie? Zu Hause.

Wo feierst du mit deinen Freunden? Überall.

Wo entspannst du dich am besten? Im Winter zu Hause, im Sommer an der alten Donau oder im Augarten.

Was magst du besonders an Wien?  Wien ist eine Großstadt, die trotzdem überschaubar und sehr menschlich ist.

Eine besonders denkwürdige Nacht in Wien? Als Kind der Einsturz der Reichsbrücke, als Erwachsene das Lichtermeer des Friedens.

Hast du eine Lieblingsroute durch die Stadt? Da ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs bin, den Donaukanal entlang, am Ring mit Zwischenstopp im Burggarten, durch den Prater zur Donauinsel und zur Alten Donau.

Schlägt dein Herz für einen bestimmten Verein? 
Meia Lua Inteira – Capoeira.

Dein Persönlicher Stil ist … bunt!

Wo suchst und findest du Möbel für deine Wohnung? Ich gehe gerne auf Flohmärkten und zum Möbellager der  Caritas.

Deine Lieblings-Shoppingadressen  in Wien? Die Flohmärkte, das Ebenberg in der Neubaugasse.

Astrid Kuffner
Astrid ist Wienerin, Working Mum, Wählerin, wählerisch, mag Menschen, Worte und Wale.
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