Verschwenden geht gar nicht

Cornelia Diesenreiter fotografiert von Nini Tschavoll

Name Cornelia Diesenreiter, geboren 1985 in Steyr, Berufe Köchin, Gründerin von „Unverschwendet“, Bloggerin, Studium Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Design and Innovation for Sustainability, Umwelt- und Bioressourcen-Management, wohnt in Rudolfsheim-Fünfhaus.


Cornelia Diesenreiters Masterarbeit zum Thema Abfallvermeidung brachte sie während ihres Studiums in England zum Thema Zero Waste. Bei einer Studie, in der 1,5 Tonnen Müll untersucht und analysiert wurden, kamen 400 kg weggeworfene Lebensmittel zum Vorschein. Für die gelernte Köchin ein Schlüsselerlebnis. Sie beschloss, sich fortan dem Bioressourcen-Management zu widmen, zuerst im universitären Bereich an der BOKU, später im (anfänglich noch) Kleinen, Naheliegenden. Obst und Gemüse zu retten, von dem zu viel gewachsen war. Und damit wertvolle Vitamine und Lebensmittel haltbar machen für die Mindestdauer von einem Jahr.

Mittels einer Crowdfunding-Kampagne und toller Pressearbeit, bei der sie ihr Bruder Andreas, von Beruf Creative Director, unterstützte, kam sie zum ersten Obst, um es unzuverschwenden. Sie wurde von Anfang an überhäuft mit Angeboten, im ersten Jahr öffneten gleich 38 Garten­besitzer für sie ihre Gartentore. Sogar von Obstbäumen in Wiener Klein­garten­vereinen durfte sie klauben. Es wurde eingekocht, was das Zeug hielt und die ersten 3000 Gläser waren in nur drei Wochen abgesetzt.

Cornelia Diesenreiter will den Zugang zu nachhaltiger Ernährung vereinfachen. Etwas verwerten, das sonst in den Müll wandern würde, ist der für sie denkbar einfachste Weg dazu. Sie hat Freude daran, den Menschen mit Früchten, die schon abgeschrieben waren, zum puren Genuss zu verhelfen. Dass nur beste Ware verkocht wird, versteht sich für sie von selbst.

Seit ein paar Monaten ist auch ihr Bruder Andreas fix mit an Bord bei Unverschwendet. Die beiden haben am Schwendermarkt ihre Basis aufgeschlagen. Hier wird eingekocht, abgepackt, designt und das Marktleben belebt. Es tut sich einiges im Grätzel, hippe Lokale lockern die Szene der alteingesessenen Beisln auf, man gewöhnt sich langsam an die jungen Kreativen in der Marktzeile. Die Betreiber der Palme 13, ein Künstlerkollektiv nebenan, hatten Cornelia Diesenreiter auf das leerstehende Lokal aufmerksam gemacht und freuen sich über die neuen Nachbarn. Ein Großteil der konservierten Waren wird zwar online geordert und verschickt, der rege Austausch in einem echten Geschäftslokal ist aber dennoch wichtig und bereichernd für die Geschwister.

Wonach schmeckt Wien?  Für mich schmeckt Wien wie eine Fusion aus Tradition und neu und anders. (Cornelia) Für mich schmeckt Wien eindeutig nach Burgern bei Omnom Burger. (Andreas)

Wohin geht ihr gerne essen? Ins Augustin. (Cornelia) Zu Omnom Burger! (Andreas)

Wo feiert ihr mit Freunden? Im Flex  am Donaukanal.

Wo kann man in der Nacht noch so richtig schön absacken? Im Jetzt im 15. Bezirk.

Wo könnt ihr am besten entspannen? Ich liebe die Donauinsel! (Cornelia) Auf der Couch. (Andreas)

Auf welchem Konzert wart ihr zuletzt? Bei Martin Kohlstedt.

Wo kauft ihr gerne ein? Am liebsten in Vintage-Läden oder Second Hand. Beim Mondscheinbazar. Und in der Reindorfgasse bei uns um die Ecke, dort gibt es coole Geschäfte.

www.unverschwendet.at

Nini Tschavoll
Nini fotografiert, schreibt und bloggt digital.
Mag aber auch analog noch immer.